Wer wir sind und was wir machen.

sonja

Sonja Schenk

Gesundheitsökonomin B.A.

Sprachen:

Deutsch

Sedef Sahin-Yavuz

M.Sc. Klinische Psychologin

Psychologische Psychotherapeutin

Sprachen:

Deutsch, Türkisch

Sina Nahrwold

M.Sc. Psychologin

Sprachen:

Deutsch, Englisch

Jule Erhorn

M.Sc. Psychologin

Sprachen:

Deutsch

Hanna Boesche

 Dipl. Psychologin

Sprachen:

Deutsch, Englisch

Der notruf ist eine Beratungsstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt ab 14 Jahren, in der Sie in geschützter Umgebung selbstbestimmt, in der für Sie jeweils angemessenen Weise über das Erfahrene sprechen und Fragen, z.B. zu strafrechtlichen oder therapeutischen Sachverhalten im gemeinsamen Gespräch klären können. Das Beratungsangebot gilt völlig unabhängig davon, ob die erfahrene Gewalt physisch oder psychisch, persönlich oder virtuell, gerade eben oder bereits vor längerer Zeit geschehen ist. Es ist professionell, kostenfrei mit zeitnaher Terminvergabe und kann auch von Angehörigen/Freund*innen von Betroffenen in Anspruch genommen werden.

Ein sexueller Übergriff stellt eine Verletzung mit weitreichenden Folgen dar und kann beim Betroffenen zu beängstigenden Gefühlszuständen und lebenspraktischen Beeinträchtigungen führen. Bewährt hat sich ein therapeutischer Ansatz, der die spezifische Psychodynamik traumatischer Erfahrungen einbezieht. Auf der Basis unserer langjährigen Erfahrung wurde eine modifiziert psychoanalytische Behandlungsform entwickelt. Sie umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

  • Diagnostisch-anamnestische Gespräche dienen einem ersten Verständnis der individuellen Bedeutung des Traumas, dem Entwurf eines individuellen Plans für den Beratungsprozess und gegebenenfalls der Weitervermittlung an Fachkolleg*innen.
  • Der Beratungsprozess fokussiert die mit dem Trauma verbundenen Affekte und unbewussten Konflikte. Hierbei steht die Bearbeitung von Scham- und Schuldgefühlen, von Aggressionen und Beziehungskonflikten im Vordergrund.
  •  Fragen zu einem möglichen Strafverfahren oder Gerichtsprozess werden geklärt sowie Ängste und Konflikte in diesem Zusammenhang bearbeitet.
    Für ein vertieftes Verständnis unserer modifizierten psychoanalytischen Methode verweisen wir auf den Artikel von Dr. Gabriele Treu: „30 Jahre psychoanalytische Traumatherapie im Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen Bremen“.

Der notruf kooperiert und netzwerkt mit anderen Einrichtungen und Institutionen der Stadt Bremen, die ebenfalls mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt zu tun haben sowie mit benachbarten Berufsgruppen mit dem Ziel, die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen in den unterschiedlichen Zusammenhängen stetig zu stärken und zu verbessern.

Der notruf entwickelt Präventionsprojekte, mit denen auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Mitteln auf diverse Aspekte der sexuellen Gewalt aufmerksam gemacht und dafür sensibilisiert wird. Unser Anliegen ist es, diesen schwierigen Themenkomplex auf vielfältige und öffentlichkeitswirksame Weise in der gesellschaftspolitischen Diskussion halten.

Der notruf bietet Fortbildungen und Fachvorträge/Seminare für Professionelle, Multiplikator*innen und Bildungseinrichtungen sowie für alle Interessierten zu gewünschten Aspekten zum Thema der sexualisierten Gewalt an. Fachkräfte jeglicher Berufsgruppen können bei Bedarf Supervisionen in Anspruch nehmen.

..

Die Geschichte des notrufs Bremen

Die Geschichte der Beratungsstelle
1980 gründete sich in Bremen aus der autonomen Frauenbewegung heraus eine „Notrufgruppe“, die den Grundstein zunächst für die Gründung des Vereins Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. im Jahr 1983 bildete. 1985 konnte der Verein dann mit finanzieller Förderung der Stadt Bremen das bis dahin auf ehrenamtlicher Basis getragene Beratungsangebot für von sexueller Gewalt betroffene Frauen professionalisieren und die Beratungsstelle notruf eröffnen. Seit 1995 steht die Beratungsstelle allen Menschen ab 14 Jahren, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, offen.

Der Auslöser für die Gründung der Notruf Gruppe 1980 war von politischer Natur: Ein gut gemeintes Flugblatt der Polizei, das den Titel „Frauen bei Nacht, gebt Acht!“ trug, löste in feministischen Kreisen Empörung aus. Nicht die Männer, so lautete die Kritik, würden für sexuelle Übergriffe zur Verantwortung gezogen, sondern diese werde wieder einmal auf die Frauen abgewälzt. Heute mag die radikale Haltung der Frauenaktivistinnen manchen wundern, aber die Stimmung damals war eine andere. Vergewaltigung in der Ehe zum Beispiel ist erst seit 1997 strafbar. Bis dahin war sie noch straffrei. Den Mitgliedern der Notruf Gruppe ging es zum einen darum, die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung sexueller Gewalt in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Zum anderen sollten Frauen und Mädchen, die von sexueller Gewalt betroffen waren, Unterstützung erfahren. Ein Notruf-Telefon, das 24 Stunden besetzt war, wurde geschaltet und es wurde Frauen die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen angeboten. Bei diesen Gesprächen waren die ehrenamtlich tätigen Notruf-Frauen mit psychischen Reaktionen konfrontiert, auf die sie zunächst nicht vorbereitet waren. Zum Beispiel hatten ausgerechnet Betroffene mit intensiven Schuldgefühlen zu kämpfen. Die Notruf Frauen erkannten bald, dass ein professionelleres Verständnis der psychischen Vorgänge notwendig war. Mitte der 80er Jahre wurde der Arbeitsansatz weiterentwickelt: Es zeigte sich, dass betroffene Frauen vor allem eine fachlich gut qualifizierte Beratung mit psychotraumatologischem Fachwissen brauchten und weniger ein Notruf-Telefon, dass 24 Stunden täglich erreichbar war. Auf der Grundlage eines psychoanalytischen Verständnisses sexueller Gewalterfahrungen wurde das Konzept professionalisiert. Selbsterfahrung und Weiterbildung der Beraterinnen einerseits, Fallsupervisionen andererseits wurden zum festen Bestandteil des Beratungskonzeptes. Dieses gilt bis heute. Mit finanzieller Förderung durch die Senatorische Behörde für Gesundheit konnte 1985 die Psychologische Beratungsstelle etabliert werden. Seitdem finden hier Betroffene von sexuellen Missbrauchs- und Gewalterfahrungen fachlich qualifizierte Hilfe. Mitte der 90er Jahre wurde ein Fachbeirat eingerichtet. Seit 1995 ist die Beratungsstelle für alle Menschen geöffnet. Zunächst wurde auf eine Veränderung des Namens der Beratungsstelle aufgrund ihres Bekanntheitsgrades verzichtet. Seit 2015 schlägt sich die Offenheit der Beratungsstelle für alle Geschlechter in einer Namensänderung wieder: Aus der „Psychologischen Beratungsstelle des notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e. V.“ wurde „notruf – Psychologische Beratung bei sexueller Gewalt“.

Der Verein notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. ist der Träger der Beratungsstelle.

Vorstand

1. Vorsitzende: Dr. Sabine Gaiser
2. Vorsitzende: Natalie Haas
Kassenwartin: Sonja Schenk

info@notrufbremen.de

Satzung Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V.

Wann immer in der Beratungsarbeit Fragen auftauchen, die juristische, medizinische oder auch kriminaltechnische Details betreffen, kann sich das Team der Beratungsstelle an den Fachbeirat des Vereins wenden. Durch die vorhandenen fachspezifischen Kompetenzen können sich die Mitarbeiterinnen informell fortbilden. So kann ein umfassendes Beratungsangebot zugunsten der Klient*innen gewährleistet werden.

2017

Jahresbericht

Mit unserem Jahresbericht 2017 möchten wir Sie gerne daran teilhaben lassen.

Download PDF

2019

Jahresbericht

2019 war ein Jahr mit vielen Veränderungen und ungewöhnlichen Erfahrungen.

Download PDF