Der notruf plant zusammen mit dem Förderverein notruf e. V. eine groß angelegte Kampagne, um die seit März 2012 bestehende Anonyme Spurensicherung bekannter zu machen.

Die Anonyme Spurensicherung hat zum Ziel, eine bestehende Gerechtigkeitslücke für Opfer sexueller Gewalt ein wenig kleiner zu machen und Betroffene zu entlasten: Wenn jemand vergewaltigt wird oder einen anderen sexuellen Übergriff erlebt, befindet sie/er sich physisch und psychisch in einer prekären Situation. Früher kam es vor, dass Spuren einer Tat nur dann fachgerecht und gerichtsverwertbar im Krankenhaus gesichert wurden, wenn Betroffene einer sofortigen Anzeige zugestimmt haben. Eine Anzeige zu tätigen löst jedoch häufig einen enormen Druck aus, vor allem wenn der Täter z. B. aus dem Bekannten- oder Familienkreis stammt. Viele Betroffene brauchen für eine solche Entscheidung Zeit. Werden Spuren der Tat jedoch nicht zeitnah gesichert, wirkt sich dies für Betroffene vor Gericht in der Regel negativ aus, weil es dann Aussage gegen Aussage steht. In solchen Fällen wird der Täter meistens frei gesprochen.

Durch die Anonyme Spurensicherung können Menschen, die einen sexuellen Übergriff erlebt haben, kostenlos und zeitnah alle Spuren sichern lassen und sich dann in Ruhe überlegen, ob und wann sie eine Anzeige erstatten möchten. Für weitere Infos bitte hier klicken.

Die Anonyme Spurensicherung macht nur Sinn, wenn jede Bremerin und jeder Bremer von ihr weiß, bevor sie/er einen Übergriff erlebt. Um dieses Angebot bekannter zu machen, planen wir im kommenden Frühjahr eine groß angelegte Werbekampagne über verschiedenste Bremer Medien. Hierfür suchen wir Spenderinnen und Spender. Je mehr Geld zusammen kommt, desto großflächiger können wir die Anonyme Spurensicherung bewerben. Wir freuen uns über jede Unterstützung!